Stichword-Archiv: Seekarten

von Ulf Matzen / am 02.03.2018 / in

Navigation nicht vorhanden, so bin ich vor Jahren mit dem Segeln gestartet.

Mit Winnetou meiner ersten Jolle habe ich ca. 2001 vor unserem Campingplatz Loddenhøj vor Barsø in der geschützten Badewanne das kleinen Belts das Segeln ausprobiert, nach der Anleitung in einem Anfängerbuch inkl. Kentertraining. Danach learning by doing mit Ketchup, einer Lanavere 510, darauf mit Mahallo, meinem ersten kleinen agilen Kielboot einer Flying Cruiser F Family 540 und mit Avocado dem nächstgrößeren gemütlichen Kimmkieler, einer Colvic 21. Tja und jetzt bin ich bei meinem 6 ten Schiff (den Opti von Papa damals mitgerechnet)

Anfangs hatte ich immerhin abkopierte schwarz/weiß Überflieger vom kleinen Belt in mehreren Teilen einlamminiert an Bord. Auf Avocado war sogar ein unvollständiger Satz Rund Fünen von 1991.

Irgendwann so um 2003 überraschte mich Christiane mit der Anmeldung zum Sportbootführerschein See an Bord des russischen Traditionsseglers MIR, einem Wochen Törn von Flensburg über Skagen nach Bremerhafen. Dafür bin ich Ihr ewig dankbar.

Mit dem neuen Wissen verlor ich allerdings auch ein bisschen die Unschuld.

Tja und dann kam Mange Tak und die ersten längeren Touren, der NOK und die Elbe, alles erst noch mit alten Karten und Kopien, in denen ich aber nie Eintragungen machte, sondern höchstens mal Landmarken verglich, Tiefen schätzte und mir die Ansteuerungen ansah. Es gab auch kein Funk und erst mit Mange Tak Logge und ein Echolot, dass den Namen auch verdiente.

Spätestens mit der Einladung meines Bruders auf den Wochentörn vom Limfjord nach Glücksburg wurden Navigation und Funk ein Thema.

Schon im Jahr vorher auf Elbe und durch den NOK in die Ostsee liebäugelte ich mit einem iPad2 mit Simkarte und der Navionics NavigationsApp. Schließlich kaufte ich eines gebraucht und habe es nicht bereut. Inzwischen habe ich ein iPad Air, parallel als Backup Navionics auf meinem iPhone SE, nutze diese Lösung, navigiere damit und bin happy. Die Papier-Karten wurden über die Zeit immer aktueller, aber blieben leider meist unausgepackt als Reserve.

Mehr und mehr wächst aber der Wunsch nach traditioneller Karten Arbeit. Mir fehlt da leider die Basis und die Routine. Seit letztem Jahr führe ich auch glücklich ein klassisches Logbuch und hatte letzten Winter bei dem Kapitän Ad. der MS Cap Sandiego ein paar Nachhilfestunden in Terristrischer Navigation genommen, immerhin ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Bei dem Törn mit Lilli Richtung England kam dann noch Tiedenberechnung dazu, die ich rudimentär glaube, ein bisschen verstanden zu haben. Immernoch mache ich das Meiste intuitiv richtig und manchmal eben auch falsch. Die Törnplanung mache ich jetzt immer digital und parallel auf Karte, unterwegs diszipliniere ich mich dazu mindestens zwischendurch mal die Position mit der Route abzugleichen, Wegepunkte und Untiefen einzutragen und manchmal gerade bei schwierigen Passagen arbeite ich mit beiden Werkzeugen und dokumentiere im Logbuch.

Neben mir liegt und wartet Skipper-Navigation von Tom Cunliffe zum zweiten Mal auf Vertiefung, aber Theorie macht mich einfach nicht an.

Ebenfalls letztes Jahr habe ich den Funkschein gemacht und eine DSC UKW Funke eingebaut. In diesem Winter wollte ich eigentlich einen Navigation Kurs besuchen, aber gesondert gibt es das weder bei meiner Segelschule Wellsailing, noch vom Kreuzer Yachtclub.

Hut ab vor den Piloten und deren regelmäßigen Pflicht- Auffrischungskursen.

Mal sehen wie es weitergeht.