Bugsprit mit Ankerrolle

von Ulf Matzen am 18.01.2021 / in Blog

Bugsprit / Bowsprit / Anker

Dieses Jahr habe ich vor der Saison größeres vor.

Mange Tak braucht eine Heizung, außerdem muss der Motorschlitten so modifizieren werden, dass beim hochgezogenen 4Takt-Motor nicht mehr das Getriebe-Öl,auslaufen kann. Dazu später mehr.

Aber das wichtigstes zuerst, ich habe Segel bestellt. Eine neue Arbeitsfock und für den Spinnacker einen Bergeschlauch.

Und am wichtigsten:

Lange schon habe ich bei anderen Booten den Performance-Schub durch TopDown-Furling-Gennacker am Rollvorstag bewundert, nun ist es soweit, der Segelmacher war kurz vor Ende der Saison bei mir an Bord und hat Maß genommen. Demnach wäre der Anschlag für die Furling-Trommel ca. 40-45 cm vor dem Bug.

Voraussetzung ist aber ein Bugsprit und da war ich lange in der Findungsphase. Bei der Silverrudder Regatta sah ich einen Spaekhgger mit Gennacker am mobilen Bugsprit. Das war zuerst auch meine Idee, aber da kommt noch etwas wichtiges hinzu. Wenn Bugsprit, dann mit Ankerrolle. Denn den Platten-Anker wie bisher auf Deck festzulaschen und jedesmal beim Aufholen den Lack zu schädigen macht auf Dauer keinen Spaß.

Aber wie? Nach intensiver Recherche habe ich mit Spade-, Delta- und Rocna- einige Anker in der engeren Wahl. Ein Anker benötigt eine passende Ankerrolle und alles muss zusammen mit dem Bugsprit eine funktionale Einheit bilden.

Dann bin ich ins Winterlager gefahren und habe von der Bug-Sektion einen Papp-Abdruck genommen, um zu Hause eine maßstabsgetreue Vorlage zu haben.

Danach habe ich mir die exakten Maße zweier Anker heruntergeladen und ausgedruckt (bei Rocna zB. gibt es dafür extra eine Schablone zum Download), das ganze aus dicker Pappe modelliert und dazu ebenfalls aus Pappe eine schmale Ankerrolle mit Bugsprit konstruiert, da wegen der Enge des Bugkorbs und des Vorstagpüttings die gängigen Produkte nicht gepasst hätten.

Das Ensemble sieht nun ziemlich gut aus, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob der Anker beim Aufholen vielleicht doch noch zu nah am Rumpf wäre.

Zu lang darf die Ankerrolle auch nicht sein, denn sie hat beim Vorankerliegen bei Sturm eine Menge Kraft auszuhalten. Dagegen muss der Bugsprit ausziehbar und auch nach unten zum Rumpf verspannt sein, damit die Kraft des Gennackervorstags weitergeleitet werden kann.

Außerdem hat Mange Tak keinen Ankerkasten für Kettenvorlauf und Ankertau, dafür werde ich mir aus wasserdurchlässigem Meschgewebe einen flachen, standfesten, vermutlich dreieckigen, oder zylindrisch konisch zulaufenden steifen Seesack zum Zuziehen schneidern lassen, den ich an Deck zwischen Spinnackerniederholer-Auge und Kajüte angeschlagen an Bord lassen kann. Da läuft aber auch noch das Strecktau, also wird das eine enge Kiste.

Alles zusammen eine knifflige Aufgabe.

By the Way, der Gennacker soll wie alle anderen Segel weiß sein, aber mit einem Motiv bedruckt werden. Da stelle ich mir eine Abwandlung des Spækhugger- Symbols vor, zwei Schwertwale und darum im Kreis: one World, one Ocean oder etwas ähnliches.

1 Kommentar

  • Lennart Holthusen says:

    Moin Ulf,
    vielen Dank für diesen Blog! Ich lese ihn gerne, da wir uns auch entschieden haben einen Spækhugger zu kaufen. Leider liegt unser Boot noch an Land in Dänemark und wir müssen uns noch einen Monat gedulden. Ich beschäftige mich gerade mit Pinnenpiloten, da wir DH Regatten segeln wollen. Ich habe deine Konstruktion gesehen und würde gerne verstehen, wie dieser befestigt worden ist und was man beachten muss (Simrad oder Raymarine).
    Vielen Dank im Voraus und hoffentlich sieht man sich mal auf dem Wasser!
    Lennart

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