Silverrudder 2020, kleiner Fehler, große Wirkung

von Ulf Matzen am 21.09.2020 / in Blog

Nach 51 Stunden Silverrudder Flautenmarathon habe ich gestern statt gleich Schlafen zu gehen, noch alles Nasse auf dem Steg ausgebreitet und den vom Nebel total nassen Spinnacker zum Trocknen am Mast gehisst, wegen Müdigkeit leider ohne Foto, dafür aber mit einem Riss verursacht durch die Mülltonne auf dem Steg (geflickt mit Spi-Tape von einem netten Teilnehmer auf seiner X4)
Tja, warum?
Um bei der erfolgreichen Aufholjagd nach dem Aufsetzen (schnibbeln an der Tonne leider mit Winddreher) bei Skarø Flak vor dem Svendborg Sund ohne Hilfe und ohne Motor (Regattaregeln) von dem Flach herunterzukommen, habe ich den Neopren Anzug (beim Anziehen ging der Rückenreßverschluss kaputt), eine Regattafeststoffschwimmweste und Füßlinge angezogen und die Badeleiter und einen Fender am 20m Seil (aus Vorsicht wegen des Stroms), dann habe ich alle 3 großen wasserdichten Säcke unter Wasser getaucht um sie zu Füllen, die habe ich an dem weit ausgestellten Baum mit der Geoßschottalje angehoben, um das Boot mit schräg zu bekommen und bin dann ins Wasser um zu schieben. Klappte nicht, also bin ich klitschnass wieder an Bord und unter Deck um den schweren Anker zu holen. Den habe ich dann versucht im Wasser zu Fuß weit aufzubringen um das Schiff daran vom Flach herunter zu winschen. Klappte auch nicht, dafür war das Wasser zu tief, hüpfend bin ich mit dem Anker zurück, Neopren aus, mich abtrocknen, frierend (und fluchend) mich wieder anziehen und warm werden, um dann die Regattaleitung doch um Hilfe zu fragen. Die schicken mir einen Fischer in einer kleinen Jolle mit 6PS Außenbordmotor. Der kannte sich aber gut aus und hieß mich ihm ein Mastfall zu geben, das er mit einem Seil verlängerte, um mit Motorkraft um über den Mast mein Boot in Schräglage zu zwingen. Nach etlichen Versuchen mit Vollgas seines und meines Außenbordmotors war ich wieder frei. Ich habe mich bei ihm und Gott überschwänglich bedankt, nur um beim Segelsetzen vom Strom gleich wieder an anderer Stelle auf das Flach gedrückt zu werden. Dort war es noch flacher, so dass der Motor kaum mehr ins Wasser ragte. Also musste ich über die Regattaleitung versuchen, den Fischer ein zweites Mal um Hilfe zu bitten. Der kam ohne Murren freundlich wie beim ersten Mal und diesmal brauchten wir unendlich viele Versuche mit vielen Tricks bis ich dann zwar endlich frei war (er wollte wirklich überhaupt nichts dafür), aber wegen Fremd- und Motorhilfe disqualifiziert. Nur gut, das ich so eine tolle Familie habe, die mich wieder aufbauen konnte. Nun wisst Ihr, warum es an Bord so aussah.
Heute morgen nach gutem Schlaf habe ich den Yacht-Bericht über das Flautenrennen gelesen (Link von meinem Sohn Bodhi per Nachricht)
https://www.yacht.de/regatta/news/von-der-flaute-verschluckt-keine-zehn-prozent-kamen-durch/a125874.html
49 von 400 haben es nur rechtzeitig ins Ziel geschafft und ich wäre ohne das Maleur auf jeden Fall unter den ersten 30 und aus meiner Gruppe der zweite gewesen. Einer von drei Spækhuggern wurde von allen Nummer 3.
Also fühle ich mich auch wie ein Gewinner !!!
Jetzt motore ich bei Flaute durch die dänische Südsee auf dem Tonnenstrich an Rudkøbing Hafen vorbei nach Marstall

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.